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1. Mai 2018

nur die Harten - kamen auf den Marktplatz, teils ohne und teils mit Demonstrationzug duch die Stadt.

Michael Frank 1.Mai2018 Hi-1

Fotos: Michael Frank - herzlichen Dank, dass wir sie hier zeigen dürfen!

Weil der DGB-Kreisvorstand so entsetzt über die Vorgänge in den Grundschulen war, sollte das Thema auf der Kundgebung auch zu Wort kommen. Hier der ungefähre Wortlaut:

Michael Frank 1.Mai2018 Hi-2

Werte Zuhörer und Zuhörerinnen,
hätten Sie gedacht, dass von den nächsten Erstklässler laut Gesundheitsamt etwas mehr als die Hälfte sprachlich nicht schulreif sind? Hätten Sie gedacht, dass das in Hildesheim mal eintreten könnte? Es ist so weit, wenigstens für eine Schule trifft das zu, bei einigen anderen Schulen sieht es nur etwas besser aus. Und das betrifft nicht nur neu eingewanderte Kinder, sondern auch deutsche Kinder.

Und was ist die Antwort unserer Landesregierung: Sie streicht massiv die sprachliche Förderung unserer Kinder zusammen. An besagter Schule, hier in Hildesheim, sind das so viele Stunden, dass die Schule im nächsten Schuljahr plötzlich ungefähr zweieinhalb Stellen zu viel hat! Da müssen mindestens drei Lehrkräfte entweder vorübergehend oder ganz an andere Schulen versetzt werden! Und den Nachbarschulen geht es ähnlich. In der Stadt werden plötzlich ganz viele Stellen überflüssig, die man dann ins weite Land Niedersachsen schicken kann, wo massiv zu wenig Lehrkräfte sind.
Und damit sind wir dann auch bei dem Punkt, WARUM die Landesregierung so etwas macht. Weil sie nach der ganzen Umverteilung verkünden kann: Wir haben in ganz Niedersachsen eine 100 %ige Versorgung in den Grundschulen hin bekommen, ohne Gymnasiallehrkräfte dort hin schicken zu müssen.
So hat man auch die gymnasialen Eltern beruhigt, die die Bildung ihrer Kinder schon in Gefahr sahen, nur weil -im Vergleich- ein paar Lehrkräfte ausgeliehen wurden. Ein solcher Mangel ist in den Grundschulen seit Jahren „NORMAL“. Aber nur DAS Kind wird am Gymnasium bestehen, das in der Grundschule eine gute Ausbildung bekommen hat.

Und da fallen ab dem nächsten Schuljahr erst einmal alle die heraus, die sprachliche Probleme haben. Egal, warum sie diese Probleme haben, danach fragt man nicht. Ist das eine sinnvolle Maßnahme gegen den überall beschworenen Fachkräftemangel, Stephan Weil? – das musst du mir mal erklären! Es kommt nicht darauf an, wie oft man beteuert, dass die Kinder und deren Bildung unser höchstes Gut sind – es kommt darauf an, was man dafür tut. Und da ist unsere aktuelle eine ebenso miese Regierung, wie die letzte und die vorletzte und ….
Nochmal: Das Zusammenstreichen der sprachlichen Förderung geht auf die Kosten Eurer Kinder mit sprachlichen Problemen. Und ich behaupte hier ganz einfach: Das macht die Regierung, weil sie glaubt, dass sich die Eltern dieser Kinder nicht wehren werden, weil es überwiegend Eltern aus sozialen Brennpunkten sind. Aber da haben sie sich zumindest in Hildesheim geschnitten, denn hier haben die Eltern begonnen sich zu wehren!
Und sie werden es weiter tun. Unterstützt sie dabei, zeigt Euch solidaisch, z. B. als Schulelternrat einer weiterführenden Schule, und hier mit einem Applaus.